Wofür setzen wir uns sonst noch ein …

Forderungen für den FH-Sektor!


FH-Studienrecht raus aus dem Privatrecht!

Fachhochschulen sind gesetzlich im privatrechtlichen Fachhochschulstudiengesetz (FHStG) geregelt. Dies zieht wesentliche Nachteile für FH Studierende im Vergleich zu Studierenden an öffentlichen Universitäten mit sich. So sind studienrechtliche Streitfälle nur zivilrechtlich abzuhandeln, was Kläger*innen enorme Kosten verursachen kann. Durch diese Regelung haben die Erhalter*innen der FHen viel Spielraum und können in manchen Belangen willkürlich handeln. Auch ist die Überwindung für Studierende den Klageweg zu beschreiten, obwohl vielleicht nachweisbar Unrecht geschehen ist, immens hoch, da der zivilrechtliche Weg langwierig und mit hohen Kosten verbunden ist. Zusätzlich können dadurch kaum Präzedenzfälle geschaffen werden – gleiche Beschwerden müssen doppelt bis x-fach geklagt werden.

Daher fordert die FEST das Überführen der studienrechtlichen Bestimmung des FHStG aus dem Privatrecht in öffentliches Recht und einheitliche studienrechtliche Regelungen für Studierende aller Hochschulsektoren.


FHStG präzisieren und erweitern!

Das Fachhochschulstudiengesetz soll die Durchführung von FH-Studien regeln. Tatsächlich legt es bloß das Fundament für die Studiengangsleiter*innen, die nach bestem Wissen und Gewissen schalten und walten sollen. In der Realität bedeutet dies oft willkürliche Entscheidungen, die den Interessen und Bedürfnissen der Studierenden entgegenstehen. Statt die großzügigen Handlungsspielräume im Sinne der Studierenden zu nutzen, werden diese genutzt, um willkürliche Handlungen zu rechtfertigen. Gleichzeitig wollen sich Geschäftsführungen gegenüber ihren „Kund*innen“ möglichst viele Rechte und Sanktionsmöglichkeiten sichern. Resultate sind sitten- und gesetzeswidrige Ausbildungsverträge.

Deshalb fordern wir die Abschaffung von willkürlichen Ausbildungsverträgen und die Verankerung der Rechte und Pflichten der Studierenden im FHStG und eine Präzisierung des FHStG im Besonderen zu den Aufgabenbereichen der Erhalterin/des Erhalters, dem Kollegium und der Studiengangsleitung.


Öffentliche Curricula und Modulhandbücher!

Der Bologna-Prozess fordert eine Harmonisierung des europäischen Hochschulraumes. Im internationalen Vergleich gesehen, sind Fachhochschulen in Österreich mit ihren 20 Jahren sehr jung und somit weniger weit entwickelt. Einer dieser noch nicht auf internationale Standards gebrachten Forderungen ist die Veröffentlichung der Curricula und Modulhandbücher, welche die detaillierten Beschreibungen der einzelnen Lehrveranstaltungen, sowie die Beurteilungskriterien beinhalten. Transparenz an Hochschulen hat einen hohen Stellenwert und muss auch bei uns gelebt werden. Dies soll auch zur Verbesserung der Anrechenbarkeit von Lehrveranstaltungen dienen.

Wir sehen die Veröffentlichung dieser als essentiell und fordern daher die Veröffent-lichung aller Curricula und Modulhandbücher aller Studiengänge an Fachhochschulen für mehr Transparenz in der Lehre und Information aller Studierenden.


Akkreditierungspflicht für Lehrgänge!

An österreichischen Fachhochschulen dürfen Lehrgänge zur Weiterbildung angeboten und dafür kostendeckende Beträge eingehoben werden. Die Absolvent*innen dieser Lehrgänge schließen mit dem akademischen Grad „Master“ oder „akademische/r …“ ab. Diese Studien werden nicht durch ein externes Qualitätsmanagement einer Aufsichtsbehörde evaluiert, sondern dürfen intern konzipiert und umgesetzt werden. Diese Handlungsweise entspricht nicht den internationalen Kriterien des Bologna-Prozesses und erhöht die ohnehin große Willkür der FHen.

Die FEST fordert daher die Akkreditierungspflicht für Lehrgänge.


Vorziehung der Akkreditierung von Studiengängen!

Die Akkreditierungen von FH-Studiengängen beginnen derzeit sehr spät vor dem Beginn des Wintersemesters. Dadurch kommt es immer wieder vor, dass sich Studierende für einen Studiengang inskribiert haben, welcher dann doch nicht akkreditiert wurde. Deshalb geht vor allem die Planungssicherheit der Studierenden verloren. Studierende müssen sich bei der Anmeldung für ein Studium sicher sein, dass der Studiengang im kommenden Semester beginnen kann.

Die FEST fordert daher eine Frist für die Einreichung von Akkreditierungsanträgen für FH-Studiengänge, ein Verbot der Bewerbung von FH-Studiengängen vor der erfolgreich absolvierten Akkreditierung und ein verpflichtendes Angebot eines Studienplatzes in einem anderen Studiengang, falls die Akkreditierung fehlschlägt.


Keine Anwesenheitspflicht!

Die starren Anwesenheitsvorgaben an Fachhochschulen erschweren es Studierenden von Fachhochschulen neben dem Studium einer Beschäftigung nachzugehen und sich ihr Leben selbst zu finanzieren. Vollständige Anwesenheit in allen Lehrveranstaltungen lässt sich auch von einem didaktischen Standpunkt nicht argumentieren, da nicht auf die individuellen Lerntypen der jeweiligen Studierenden eingegangen werden kann. Studierende sind volljährig und eigenständig genug um zu entscheiden, ob ihre Anwesenheit in der jeweiligen Lehrveranstaltung zielführend ist.

Die FEST fordert daher Anwesenheitsvorgaben nur nach Maß und Ziel zu erlassen. In jedem Studiengang und für jede Lehrveranstaltung muss diese geprüft und dem didaktischen Konzept angepasst werden!


Einsicht in die Verwendung von Studienbeiträgen durch die FH-Vertretungen

Das Budget von Fachhochschulen wird von den Geschäftsführungen meist ohne Einbindung des Kollegiums und der Studierendenvertretung beschlossen, und wenn doch, liegt das letzte Wort immer noch bei den Erhalter*innen. Obwohl die Fachhochschulen zu mehr als 80% aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, entziehen sie sich so weitestgehend der öffentlichen Kontrolle. Studierende sollten jedoch ein Recht haben zu erfahren, wie der von ihnen gezahlte Studienbeitrag verwendet wird.

Die FEST fordert daher das Recht für Studierendenvertretungen in die Einsichtnahme des Budgets von Fachhochschulen.

Forderungen für alle Studierenden!

Ermöglichen eines Lebens neben dem Studium!

Die Studienpläne werden immer verschulter. Das klassische Bild der Vollzeitstudierenden hat jedoch längst ausgedient! Viele Menschen müssen oder wollen neben dem Studium arbeiten. Besonders in kleinen Studienrichtungen werden Pflichtlehrveranstaltungen nur einmal im Jahr oder semesterweise angeboten. Dadurch können Studierende diese aufgrund von anderen Verpflichtungen, wie beispielsweise Arbeit und Familie, nicht besuchen. Infolge dessen kommt es zu großen Verzögerungen im Studium oder gar zum Abbruch.

Die FEST fordert eine Anpassung der Studienpläne an die heutigen Lebensrealitäten der Studierenden. Durch flexible Curricula und einem sinnvollen Umgang mit Anwesenheitsvorgaben soll es möglich sein, studieren und Arbeit sowie Familie und Beruf, unter einen Hut zu bringen. Studierende sollen selbst entscheiden können, wann sie welche Lehrveranstaltung besuchen wollen.


Durchlässigkeit der verschiedenen Hochschulsektoren!

Die Bildungsmobilität im Hochschulsektor wird trotz der Bologna-Ziele immer weiter eingeschränkt. Selbst innerhalb einer Fachrichtung werden bei einem Studienwechsel oft nur wenige absolvierte Lehrveranstaltungen angerechnet. Auch beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium an ein und derselben Hochschule müssen oft Lehrveranstaltungen nachgeholt werden. Ein Wechsel zwischen unterschiedlichen Hochschultypen ist derzeit schwer oder mit hohem Zeitaufwand realisierbar. Oftmals ist es einfacher im Ausland absolvierte Lehrveranstaltungen anrechnen zu lassen.

Die FEST fordert Flächendeckende Orientierung an Kenntnisse und Kompetenzen statt ECTS-Zählerei und Notengewichtung, sowie mehr freie Wahlfächer zur Vorbereitung auf weitere Studien


Hochschulen ohne Diskriminierung!

Diskriminierte Gruppen müssen in der Gesellschaft unterstützt werden. So sind etwa Frauen* nach wie vor in vielen Bereichen immer noch nicht gleichberechtigt. Auch an Hochschulen sind sie auf Spitzenforschungsplätzen und in Führungspositionen kaum vertreten. Des Weiteren herrschen immer noch Vorurteile gegenüber Frauen* in u.A. technischen Studien.

Die FEST fordert konsequente Frauen*förderung an Hochschulen mit dem Ziel der Gleichstellung, sowie den weiteren Ausbau der Gender- und Queerstudies beziehungsweise feministischer Forschung und Lehre.


Gleichstellung aller Studierenden in Österreich!

Die aktuelle Regelung, dass Nicht-EWR-Bürger*innen doppelte bis kostendeckende Studiengebühren zahlen, ist diskriminierend! Studiengebühren müssen abgeschafft werden. Sie fördern soziale Selektion und verunmöglichen vielen Menschen den Zugang zu höherer Bildung.

Nicht-EU-Bürger*innen unterliegen noch weiteren Diskriminierungen: sie müssen bereits vor Beginn des Studiums eine Reihe bürokratischer und finanzieller Hürden überwinden und dürfen während ihres Studiums in Österreich nicht arbeiten.

Die FEST fordert die Abschaffung der doppelten bzw. mehrfachen Studiengebühren und die Abschaffung der bürokratischen Hürden für Nicht-EWR-Bürger*innen


Raum für ALLE!

Die Räumlichkeiten an Bildungseinrichtungen sind sehr oft beschränkt. Studierende müssen auf Grund von zu kleinen Hochschulen auf Gängen lernen, sich in zu kleine Seminarräume drängen – Gruppenarbeiten im Freien koordinieren oder ihre Kinder auf Gängen spielen lassen. Das ist Alltag an vielen Hochschulen Österreichs.

Daher fordert die FEST zugänglichen Raum für alle und die Einrichtung und den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen an allen Hochschulen.


Raum für Engagement!

Studierende haben durch starre Studienpläne wenig bis keinen Raum sich außerhalb von Lehrveranstaltungen politisch oder ehrenamtlich zu engagieren. Curricula müssen Raum für die Auseinandersetzung von gesellschaftspolitischen Themen bieten, um einen bildungspolitischen Anspruch zu gewährleisten. Das Fernbleiben von Lehrveran-staltungen auf Grund ehrenamtlicher Tätigkeiten oft nur sehr willkürlich toleriert und akzeptiert.

Die FEST fordert daher mehr Toleranz für ehrenamtliches und/oder politisches Engagement

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